Eine Sache der Gemeinschaft

Aktualisiert: Feb 13

Als ich bereits in dem Kontaktformular am 02.02.2020 las, dass der Autoschlüssel wahrscheinlich auf einer Strecke von 7 km aus einer geöffneten Jackentasche gefallen sei, war mir bereits bewusst, dass wir bei dieser Sache tatkräftige „Schatzsucher“ brauchen werden. Selbst eine deutlich kürzere Strecke wäre schon schwierig geworden, denn eine später bemerkte offene Jackentasche gibt keinen genauen Aufschluss darauf wann, wo und wie der Schlüssel verloren gegangen ist. Das Worst-Case wäre noch, wenn man Kopfhörer tragen würde und dabei den Schlüssel vielleicht unbemerkt weggekickt hat. Das hätte man genauso wenig gehört wie der Fall auf den gekiesten Waldweg. Das ist leider auch schwierig bis unmöglich auf einem Kiesweg zu suchen. Hierbei handelt es sich um geschlossene Oberflächen, die fast nicht zu durchdringen sind. Im Telefongespräch meinte Frau W., dass es sich um einen Trampelpfad handelt. Bei uns klingelte es also und wir hatten Hoffnung. Das Bild bei uns im Kopf war ein kleiner Schlammpfad, bei dem links und rechts Laub liegt - keine Steine. Wir stellten uns also folgendes Szenario vor: Frau W. Geht morgens joggen, packt die Autoschlüssel in die Jackentasche, merkt nicht, dass der Reißverschluss ordentlich abgeschlossen hat und beginnt zu joggen. Nun nahmen wir an, dass er alleine durch die Bewegung bereits auf den ersten 100 m liegen musste. Aufgrund des Sturmes und Regenwetters wäre es möglich, dass der Schlüssel auch von der Straße gefegt worden war und im Grünstreifen lag. Nachdem die Anfrage in Fundbüros leider kein Erfolg brachte, kamen wir von Ringfinder ins Spiel. Auch ein Autoschlüssel hat Metall an sich, weshalb unsere leistungsstarken Metalldetektoren ihn aufspüren können. Ein Erfolg wäre für die Dame eine Erleichterung, denn die neuen Schlüssel sind programmiert und bei einem Wechsel muss man das ganze Zündschloss neu codieren, um eine Nutzung mit dem verloren und nicht abgegebenen (also praktisch gestohlen - wird auch im Strafverfahren ähnlich behandelt) Schlüssel zu vermeiden. Der Schaden würde sich im dreistelligen Bereich belaufen einen Schlüssel dieser Art auszutauschen. Natürlich hat man einen Ersatzschlüssel und kann das Ersatzfahrzeug bewegen, doch ist es eine Horrorvorstellung, dass ein Fremder das eigene Auto bewegen kann und im Falle eines Falles kann man dann auch nicht auf einen weiteren Ersatzschlüssel zurückgreifen. Wir stellten nun also ein kleines Team von Erfahrenen zusammen, und diskutierten in einer WhatsApp-Gruppe wie man am besten vorgehen sollte. Wir entschlossen uns in 2 Gruppen loszuziehen, um von vorne und von hinten den Weg zu teilen und so schneller und besser bearbeiten zu können. Zudem sind 2 Sucher pro Seite genug, da man damit den ganzen Randbereich der Grünfläche abdecken kann. Da wir 6 Sondengänger gewesen sind, waren jeweils 2 auf der Seite der Jackentasche in welcher der Schlüssel sich befand, da hier auch die Wahrscheinlichkeit größer war, dass der Schlüssel auftaucht. Zur Gewissheit lief der einzelne Sucher auf der anderen Seite. Der Morgen startete wunderbar - viele hatten doch eine weitere Anfahrt, aber die Autobahn war frei, sodass wir gemeinsam eintrafen. Kurz nochmal die Taktik mit der Auftraggeberin besprochen und die Sachen bereitgestellt. Wir warteten noch kurz auf einen Kollegen, der sich wirklich eine sehr weite Fahrt aufgeladen hat, aber dessen Einsatz für die Sache auch sehr groß war (Vielen Dank an der Stelle nochmal an dich Artur). Die Sonne schien zwar, doch der Boden war gefroren und die Füße wurden sehr schnell kalt. Leider erwartete uns kein Trampelpfad, sondern ein ausgedehnter Kiesweg, auf dem ganz schön was los war - nicht nur Waldarbeiter, sondern auch viele Jogger und Spazier/Gassigänger. Die Dame meinte auch, dass sie hauptsächlich in der Mitte des Weges gejoggt ist. Hier schwanden nun die Hoffnungen, aber so schnell geben wir nicht auf. Wir detektierten bereits 500 m gemeinsam, bis sich der Weg teilte. So teilte sich nun auch die Gruppe. Nach 2,5 km schlug die Uhr 12 und da einige familienbedingt die Suche früher unterbrechen mussten, entschlossen wir uns dafür den Zwischenstand mit der Auftraggeberin zu besprechen. Diese wartete schon auf uns und hielt warmen Kaffee und eine süße Stärkung in Form von Muffins bereit. Das war wirklich bemerkenswert und tat gut, die Kälte zehrte an allen. Bemerkenswert, weil nur sehr wenig auf so eine tolle Idee gekommen wären. Herzlichen Dank nochmal für die Mühe. Sie kam mit beiden Kindern und einem ganzen Korb voller Stärkung. Sie meinte, dass es wohl wenig Sinn ergeben würde die letzten 2 km abzusuchen, da der Aufwand dem nicht gerecht kommen würde. Wir entschieden uns dazu abzubrechen, weil wir der Meinung waren, dass der Schlüssel definitiv gefunden sein musste. Leider ist es häufig so, dass die Fundsachen erst Wochen oder Monate später beim Fundbüro gemeldet werden, wenn Sie denn überhaupt gemeldet werden. Wir hoffen nun auf Hilfe durch die Zeitung oder anderen Medien, die mehr Menschen erreichen könnten und damit auch den Finder des Autoschlüssels.

In der kleinen Bildstrecke ist ein geringer Teil des Ringfinder Teams zu sehen.

Besonders möchten wir auch auf den gesammelten Müll hinweisen. Man möchte kaum glauben wieviel metallischer Müll von unseren Mitmenschen achtlos in die Natur geworfen wird! (Im übrigen bieten wir seit kurzem auch die gezielte Entschrottu

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