Der Ring des Graffitikünstlers

Vor wenigen Tagen habe ich mich bei ringfinder.eu angemeldet. Um mir einen Überblick über die Seite zu verschaffen, surfte ich ein wenig durch die verschiedenen Kategorien der Homepage. Darunter befand sich auch eine Kategorie „Erfolge“. Es war schon beeindruckend zu lesen, was die „Sondengänger“ schon alles Gutes bewirkt haben.


Ein Eintrag in der Kategorie „Erfolge“ war ein Interview mit dem Gründer von ringfinder.eu, bei Radio Arabella München. Das wollte ich mir natürlich anhören. Als ich auf den Link zur Homepage von Radio Arabella klickte, war da aber nur ein Beitrag über einen verlorenen Ring. Der Besitzer des Rings ist Graffitikünstler und wollte in der Nähe des Verlustortes, auf einer frei gegebenen Fläche, ein Graffiti anbringen. Um seinen Ring nicht zu verschmutzen, steckte er diesen in eine Tasche. Aufgrund eines aufziehenden Unwetters musste es beim Verlassen der Örtlichkeit recht schnell gehen und dabei ist der Ring verloren gegangen.

Da der Verlustort nur 30 km von mir weg war, entschloss ich mich, etwas zu unternehmen.

Über einige Umwege gelangte ich dann an die Handynummer des Besitzers, des Rings. Durch ihn konnte ich noch ein paar wertvolle Informationen gewinnen. Zum Beispiel wo das Auto geparkt wurde und welcher Weg genau genommen wurde, um das Graffiti anzubringen. Mit diesen Informationen und dem Metalldetektor im Gepäck, machte ich mich auf den Weg zum Ort des Verlustes.


Am Verlustort angekommen, spielte mein Metalldetektor verrückt und produzierte nur Störsignale. Dies kann an den Bahnschienen mit Oberleitung gelegen haben, die nur wenige Meter neben der Verluststelle entlang führten. Nachdem ich die Einstellungen des Metalldetektors angepasst hatte und fast alle Störungen beseitigt waren, konnte die Suche beginnen.


Aufgrund der Nähe zu den Bahngleisen, einer stark befahrenen Straße und einem Rad- / Fußweg, fand ich zunächst sehr viele, Flaschendeckel, Kronkorken und Abziehlaschen. Dabei beschränkte ich mich aber schon auf die nur sehr oberflächlich liegenden Signale. Nach ca. 1h hatte ich dann ein Signal, welches sich von den anderen Unterschied, es war ein Doppelsignal. Dabei piept der Metalldetektor zwei Mal wenn man über den Gegenstand schwenkt. Zudem war das Signal sehr oberflächlich und sehr stabil. Stabil bedeutet, der Leitwert springt nicht hin und her.


Da das Signal so oberflächlich war, stellte ich den Spaten direkt auf die Seite und suche mit dem Pinpointer (ein unempfindlicherer kleiner Metalldetektor) weiter. Kurz danach hielt ich das gute Stück dann in den Händen. Der Ring sah genau so aus, wie ich ihn im Internet gesehen hatte. Da war die Freude auf meiner Seite natürlich groß.


Direkt nach dem Fund rief ich den Besitzer des Rings an. Dieser war ganz aus dem Häuschen, dass er den Ring bald wieder an seinem Finger haben kann. Wir vereinbarten einen Treffpunkt zur Übergabe am Abend.



Am Abend traf ich mich mit dem Besitzer des Rings und seiner Frau. Wir unterhielten uns noch kurz, wie alles gelaufen ist. Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass die beiden an diesem Abend ihren Jahrestag hatten. Nachdem ich einen großzügigen Finderlohn erhalten habe und den Ring übergeben habe, trennten sich unsere Wege wieder.



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